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»Phantastienbaum«

Geschichten erzählen, um Gewalt zu verhindern: dies war Thema einer Ausstellung und Veranstaltung 2002 »Sheherazade«.

Der Phantastienbaum bildet die Phantasien innerhalb der Erzählungen von 1001 Nacht direkt ab (als Schrift), aber auch die Struktur: immer wieder wird die Erzählung unterbrochen durch den Einschub »… und da bemerkte Sheherazade, dass der Morgen begann und hielt in der verstatteten Rede inne. Und als die Nacht anbrach, sprach sie …« (realisiert als Ton-Tafel von Imke Brunzema und Claudia Höfer). Die Vögel »beleben« den Baum und stehen in japanischer Tradition auch für Frieden – zur Verfügung gestellt von Heide Müller.

Die Phantastien aus 1001 Nacht wurde durch BesucherInnen der Bibliothek und der Ausstellung ergänzt um Teile ihrer »schönen Welten«: hergestellt in Aktionen an zwei Samstagen in der Stadtbibliothek.
In der »Langen Kunst-Nacht der Sheherzade« wurde das Ergebnis ausgestellt: auf diesen »geschmückten Baum« wurden Bilder aus den Medien zum Israel/Palästinenser-Konflikt projiziert: fast standardisierte Bilder, die den Konflikt illustrieren und ihrerseits Sichtweisen vorgeben, bestätigen, ergänzen. Dabei sollte der »Phantastien-Baum« diese Bilder brechen – ebenso wie die BesucherInnen, die »achtlos« durch das Bild laufen und schon durch »gewöhnliches, alltägliches« Verhalten diese Bildwelten durchbrechen (können).